Musikverein
"Melodienkranz"
Hausbach


Seine Entstehung und seine Geschichte
nach mündlichen Überlieferungen und schriftlichen Aufzeichnungen

Eigentlich weiß man nicht, wer in Hausbach mit dem Musizieren begann. Keine gesicherte Überlieferung vermag zu vermitteln, wann und aus welchen Instrumenten die ersten Melodien erklangen. Unbekannt bleibt, woher sie es konnten und wer den ersten Hausbacher Musikanten als Lehrer zur Verfügung stand.

Im Vergleich zu heute waren es gewiss nur einfache Melodien und Volkslieder die zu vernehmen waren, doch hatte die "einfache" Musik in dieser fernen Zeit, in der man noch nichts von Radio und Fernsehen, von konservierter Unterhaltung auf Platten, Tonbändern und CDs wusste, sicherlich einen hohen Stellenwert. Musik, von wenigen für viele dargebracht, war zunehmend und vielseitig einsetzbar. Musik brachte einen Hauch von Kultur. Sie konnte Fröhlichkeit verbreiten, ernste Veranstaltungen und Ereignisse umrahmen oder einfach nur unterhalten.

Wenn solcherlei Musik sei es mit Streich , Zupf oder Blasinstrumenten wie man aus Erwähnungen unserer Vorfahren weiß, auch schon lange Zeit vorher in Hausbach gemacht wurde, so kann das Jahr 1894 mit Sicherheit als zeitlicher Ursprung der Hausbacher Blasmusik gelten. Es waren damals Matthias Adler, Johann Carel, Peter Langenfeld, Johann Ospelt, Nikolaus Ospelt und Johann Reinert, die sich dem Musizieren mit Blasinstrumenten verschrieben.

Sie kannten keine Noten, waren aber offenbar voller Musikalität und mit Eifer bei der Sache und es schien ja trotzdem und immerhin funktioniert zu haben. Es waren wohl in der Hauptsache Tanzveranstaltungen, zu denen diese Musiker in der Öffentlichkeit aufspielten.

Dies dauerte bis wenige Jahre nach der Jahrhundertwende. Die Natur forderte ihr Recht, die sechs Mann starke Gruppe brach aus Altersgründen auseinander. Doch das gemeinsame Musizieren ließ sich in Hausbach nun nicht mehr aufhalten. In den Jahren 1907 / 08 waren es Johann, Matthias und Peter Ospelt, die Söhne von Nikolaus Ospelt, die zusammen mit Matthias Adler, Nikolaus Jacobs, Peter Morbe, Johann Peter Orth und den Brüdern Josef und Nikolaus Reinert, das unterbrochene Werk neu begannen. Diese Männer lernten und spielten nach Noten und gaben so dem Musizieren eine solide Basis.

Doch was so gut begann, wurde durch den Beginn des 1. Weltkrieges jäh unterbrochen. In diesem Krieg starben die Musiker Matthias Adler, Johann Peter Orth und Matthias Ospelt.

Die Überlebenden, zu denen Josef Ladwein und Michel Ackerrnann hinzukamen, machten nach dem Krieg weiter. Das Interesse an der Musik wuchs, es kamen weitere junge Männer, die mitmachen wollten.

So fasste man in den Jahren 1923 / 24 den Entschluss, sich ernsthaft zu organisieren und fortan als echter Verein aufzutreten. Von da an musizierte man als

"Musikverein Melodienkranz Hausbach".

Gründungsmitglieder waren: Peter Morbe, Josef Ladwein, Johann Ladwein, Michel Ackermann, Josef Lauer, Ernst Lauer, Johann Lang, Nikolaus Simon, Franz Simon, Mathias Jacobs, Alfons Kreis, Peter Fassbender, Josef Heiser, Johann Klauck, Johann Fassbender, Nikolaus Heiser, Peter Schwarz, Johann Loth, Johann Reinert, Alois Reinert, Paul Schmitt und Alfons Schütz.

Diese Vereinsmitglieder wählten sich folgenden und damit den ersten Vereinsvorstand:

1. Vorsitzender: Josef Ladwein
2. Vorsitzender: Michel Ackermann
Schriftführer: Johann Reinert
Kassierer: Josef Heiser
Dirigent: Peter Morbe.


Von dieser Zeit an nahm der Verein einen ständigen Leistungsaufschwung. Es gab allerdings auch mehr oder weniger große Rückschläge. Dies vor allem und ernsthaft in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft, als massiv versucht wurde, den Verein parteiorganisatorisch zu übernehmen und politisch und ideologisch einzubinden. Dies führte zum Austritt einer ganzen Anzahl aktiver Musiker und zu vereinsinternen und öffentlichen Auseinandersetzungen, die mit Ausbruch des Krieges im September 1939 dann zwangsläufig beendet wurden. Die meisten Musiker wurden zum Kriegsdienst einberufen wieder erlosch das Vereinsleben für eine Reihe von Jahren. Und auch in diesem, dem 2. Weltkrieg, mussten wieder einige Musiker ihr Leben lassen. Es waren Alfons Schütz, Franz Simon, Ludwig Kreis, Rudolf Loth und Josef Reinert, die aus dem schlimmsten aller Kriege nicht mehr zurückkehrten.

Mit dem Kriegsende schien auch das Musizieren endgültig vorüber. Es fehlte nicht nur an Instrumenten, die zum größten Teil zerstört waren. Die Niederlage war so vollkommen, die Demoralisierung so tiefgreifend und die Not der Menschen so groß, dass sich in den ersten Monaten und Jahren nach Kriegsende die Frage nach einem Vereinsleben gleich welcher Art und Zielrichtung nicht stellte. Hinzu kam, dass das Wiederaufleben jedweder Vereinstätigkeit von den Besatzungsmächten verboten war. Es durften sich dann ab 1947 lediglich so genannte "Kulturvereine" bilden.

Als Sparte "Musik" eines auch in Hausbach ins Leben gerufenen Kulturvereins wurde dann unter Peter Morbe wieder versucht, zu musizieren.

Es fehlte freilich an allem. Unersetzlich waren die gefallenen Musiker, zudem waren es einige der Überlebenden, die sich, unter dem Eindruck der furchtbaren vergangenen Jahre stehend, nicht mehr aufraffen konnten, Musik zu machen. Es fehlten Instrumente und Noten, die nicht zu beschaffen waren

Doch trotz alledem wurde musiziert! Es ging mehr oder weniger gut bis 1949. Bei dem im August / September 1949 durch die Sparte "Theater" des Kulturvereins aufgeführten Freilichtspiel "Die Jungfrau von Orleans" übernahmen die Hausbacher Musiker das gesamte Rahmenprogramm. Dies sowohl bei den Festzügen in den "Jungenwald", als auch bei den den Aufführungen folgenden Tanzveranstaltungen (Damals wurde noch von Jung und Alt nach blasmusikalisch dargebotenen Melodien getanzt.). Nach diesem Ereignissen es waren insgesamt, am 15.08.1949 beginnend, vier Sonntagsaufführungen war es dann, mit dem Versuch Musik zu machen, auch schon wieder vorbei. Der Kulturverein als "Oberorganisation" der einzelnen Sparten löste sich ebenfalls noch im gleichen Jahr auf. Es hatte sich nun unweigerlich gezeigt, dass einfach noch zu wenig Substanz zum gedeihlichen Neuanfang vorhanden war.

Einige der Hausbacher Musiker schlossen sich dem wieder aufstrebenden Musikverein im benachbarten Britten an. Es waren Peter Morbe, Nikolaus Simon, Mathias Jacobs, Ernst Lauer, Johann Ladwein und Alois Reinert, die dadurch tatkräftig mithalfen, den MV Britten wieder auf die Beine zu stellen.

So blieb es bis 1953. Nachdem zunehmend mehr und mehr Stimmen laut wurden, die sich dafür aussprachen, den Hausbacher Musikverein zu reaktivieren, fand am 08. August 1953 eine erste zielgerichtete Besprechung statt. Das bekundete Interesse, vor allem junger Männer, die Musiker werden wollten, war erfreulich groß. So kam man denn auch schnell überein, beim Bürgermeisteramt in Losheim die Genehmigung zur Durchführung einer Wiedergründungsversammlung des Musikvereines zu beantragen. Nach Erteilung der Erlaubnis fand die Versammlung schließlich am 30.08.1953 im Lokal Ackermann statt. Die Anwesenden beschlossen, den Verein in seinem ursprünglichen Namen "Melodienkranz" weiterzuführen und wählten folgenden Vorstand:

1. Vorsitzender: Nikolaus Simon
2. Vorsitzender: Peter Kunz
Schriftführer: Ludwig Schmal
Kassierer: Mathias Jacobs
Beisitzer: Johann Ladwein
Nikolaus Schmal
Hans Schmitt
Dirigent: Peter Morbe.

Es wurde beschlossen, monatlich eine Mitgliederversammlung abzuhalten und dabei jeweils einen Beitrag von 50. Franken (ffrs) einzuziehen. Interessenten, die nach dem 01. Januar 1954 dem Verein beitreten wollten, hatten eine Aufnahmegebühr von 100. ffrs zu entrichten.

Da dringend Instrumente beschafft werden mussten, wurde bei der Darlehnskasse in Britten ein Darlehn in Höhe von 70.000. ffrs beantragt, wozu sich jedes einzelne Mitglied als Bürge verpflichtete. Zur Tilgung dieser Schuld zahlte jedes Mitglied einen zusätzlichen Wochenbeitrag in Höhe von 50. ffrs. Von der Gemeinde Hausbach wurden auf Antrag schon wenige Tage nach der Neugründung des Vereins 30.000. ffrs zur Verfügung gestellt.

Von da an fanden regelmäßig Monatsversammlungen statt, wobei festzustellen war, dass der Verein sich bei der Bevölkerung zunehmender Beliebtheit erfreuen konnte. Dies äußerte sich auch darin, dass in den ersten Jahren mehr als 40 Anträge auf Mitgliedschaft gestellt wurden.

Die weitere Entwicklung verlief so ansprechend, dass bereits im Jahre 1954 ein Jubiläumsfest über 60 Jahre Musikgeschichte in Hausbach gefeiert wurde. Das Fest fand60 jähriges Jubiläum 1954 am 03. und 04. Juli 1954 im "Jungenwald" bei zeitweise strömendem Regen statt. Es hatten sich mehr als 20 auswärtige Gastvereine eingefunden. Erstaunlich war, die vielen Gäste ließen sich durch das widrige Wetter nicht vertreiben. Sie spannten Schirme auf und blieben sitzen. Als dann gegen Abend bekannt wurde, dass Deutschland in der Schweiz Fußballweltmeister geworden war, wurde aus dem Musikfest ein Chorkonzert. Wie auf Kommando erklang das Deutschlandlied und zwar die erste Strophe , Friedhofsgang 1954was damals gerade für Saarländer gefährliche Folgen haben konnte. Als dann die Musikkameraden aus Greimerath, die ohnehin nur mit Schwierigkeiten die Grenze aus dem "Reich" zu uns hatten passieren dürfen, auch noch kräftig ins Horn stießen und die singenden Festbesucher unterstützten, jubilierte der "Jungenwald", aber das Maß war voll. Polizei und Bürgermeisteramt waren jedenfalls noch Wochen später mit der Aufklärung dieser politischen "Ungeheuerlichkeit" beschäftigt.

Ansonsten war das Fest ein grandioser Erfolg. Dem Verein bescherte es einen kräftigen Schub. Es ging aufwärts!

Am 01.08.1954 trat Peter Morbe aus Altersgründen als Dirigent zurück und überreichte Alfons Kreis den Taktstock.

Am 11.12.1955 übernahm Mathias Thomas das Amt des 1. Vorsitzenden, um es am 23.12.1956 an Mathias Jacobs abzugeben.

Am 01.12.1957 trat Alfons Kreis als Dirigent zurück. Sein Nachfolger wurde Josef Lauer. Dieser blieb bis zum 26.11.1961, um dann von Johann Ladwein als musikalischer Leiter abgelöst zu werden.

Die Entwicklung des Vereins verlief positiv. Die musikalische Leistung wurde ständig und deutlich besser, der Mitgliederstand wuchs.

Prozession zum Friedhof 1962

Standkonzert 1963

Am 30.06.1963 übernahm Rudi Schild den Vereinsvorsitz.

Nachdem in der Versammlung vom 18.01.1964 Alfons Kreis das Dirigentenamt wieder übernommen hatte, wurde dort auch beschlossen, in diesem Jahr aus Anlass des 70 jährigen Bestehens des Vereins mit einem großen Fest wieder an die Öffentlichkeit zu treten. Zu diesem Stiftungsfest, welches in der Zeit vom 06. bis zum 08. Juni 1964 stattfand, war erstmals ein großes Festzelt geordert worden. Das Zelt wurde im Hof, gegenüber der Schule, errichtet. Es war nicht nur der Verein, sondern das ganze Dorf, welches ein schöne Festveranstaltung unter dem Protektorat von Franz Schneider und dem Festleiter Erwin Neidinger unter Beteiligung zahlreicher auswärtiger Vereine erlebte.

Im Jahre 1966 erkrankte der Dirigent Alfons Kreis und musste für mehrere Wochen den Taktstock niederlegen. Karl Kammer aus Brotdorf übernahm uneigennützig die Vertretung und gewährleistete für die Ausfallzeit den musikalischen Leistungsstand des Vereins.

Am 18.02.1967 gab der Verein seinem verstorbenen Ehrenmitglied und ehemaligen Dirigenten Josef Lauer das letzte Geleit.

In der Generalversammlung vom 19.03.1967 wurde Oswald Buchmann zum neuen Vorsitzenden des Vereins gewählt.

In dieses Jahr fiel auch ein für den Verein besonderes Ereignis. Bürgermeister Neidinger hatte das Angebot gemacht, für eine Entlohnung von etwa 2.000. DM einen Graben zur Verlegung einer Abwasserleitung durch die "Bohnengärten" herzustellen. Die Vereinsmitglieder gruben sich, am heutigen Festplatz in der Talaue beginnend, quer durch die Gärten bis weit in die Mettlacher Straße und konnten für den Erlös einen B-Bass zum Preis von 2.000. DM beim Musikhaus Schellenberg in Trier erwerben.

Am 16.03.1969 trat Alfons Kreis aus Gesundheitsgründen als Dirigent zurück. Der Verein wählte Edgar Simon zum neuen musikalischen Leiter.

In diesem Jahr feierte der Verein dann auch sein 75 jähriges Bestehen. Die Festtage vom 10. bis zum 12. Mai 1969 fanden unter der erneuten Schirmherrschaft von Franz Schneider und der Festleitung von Erwin Neidinger statt. Mit zehn Gastvereinen zur Eröffnung am 10.05. und gar 21 Orchestern am 11.05. wurde es ein herausragendes Jubiläum. Als eine der bemerkenswertesten Folgen des Festes blieb festzustellen, dass sich gleich 11 Jugendliche für die Blasmusik zu interessieren begannen und sich als "Lehrlinge" in den Verein meldeten.

Einige Monate später vollzog sich dann ein erneuter Dirigentenwechsel. Edgar Simon trat zurück.

In der Generalversammlung vom 28.03.1971 wurde Reinhold Lauer zu seinem Nachfolger gewählt.

80 jähriges Jubiläum 1974In der Zeit vom 18. bis zum 20. Mai 1974 feierte der Verein sein 80 jähriges Bestehen. Mit dem Losheimer Bürgermeister Raimund Jakobs als Schirmherrn, und zum dritten Mal mit dem Festleiter Erwin Neidinger, wurde es ein großes Fest, dessen abschließende Krönung zweifelsfrei der vom Dirigenten Reinhold Lauer in Auftrag gegebene Tonfilm über Hausbach und den Festverlauf war eine wunderschöne Dokumentation und bleibende Erinnerung.

Am 23.05.1974 verstarb der Ehrenvorsitzende Josef Ladwein. Er war der erste "Melodienkranz Vorsitzende" und konnte über viele Jahre den Aufstieg des Vereins erleben und gar kurz vor seinem Tod das 80 jährige Stiftungsfest noch mitfeiern. Der Verein gab ihm das letzte Geleit.

Am 05.12.1974 trug der Verein seinen alten Ehrendirigenten Peter Morbe, ein wahrhaftes Urgestein Hausbacher Musiklebens, zu Grabe.

Am 22.01.1975 wurde der erste Nachkriegsvorsitzende, Nikolaus Simon, beigesetzt.

Nachdem im Jahre 1976 der Proberaum aus dem Gasthaus Ackermann in das Bürgerhaus verlegt worden war, stellte sich heraus, dass mit dieser durchaus vernünftigen Maßnahme nicht alle Aktiven einverstanden waren. Die Stimmung im Verein sank rapide und unsinnige Querelen brachten den "Melodienkranz" in einen bedrohlichen Schleuderkurs.

In dieser Krisensituation trat der langjährige Vorsitzende Oswald Buchmann in der Versammlung vom 19.06.1976 zurück. Es gelang nur unter schwierigsten Bedingungen und unter eindringlichem Zureden einiger älterer Mitglieder letztlich dann doch noch, einen neuen Vorstand zu bilden. Dies allerdings auch nur, weil sich der junge Gerd Kunz bereit erklärte, den Vorsitz zu übernehmen. Es ging wieder weiter!

Am 26.05.1978 nahm der Verein an der Beerdigung seines Ehrenmitgliedes und alten Dirigenten Johann Ladwein teil.

In der Versammlung vom 24.09.1978 trat der Dirigent Reinhold Lauer aus persönlichen Gründen und wegen erheblicher vereinsinterner Misslichkeiten von seinem Amt zurück. In seinem Sog verließen einige tragende aktive Mitglieder das Orchester. Wieder einmal geriet der Verein in eine schwierige Lage. Gerd Kunz übernahm schließlich das Dirigentenamt und Erwin Neidinger wurde als erster Inaktiver zum Vorsitzenden des Vereins gewählt.

So fand denn auch in der Zeit vom 02. bis zum 04. Juni 1979 das 85 jährige Stiftungsfest im kleineren Rahmen im Bürgerhaus statt. Immerhin, der Verein erholte sich langsam von den Unzulänglichkeiten der vergangenen Zeit.

Am 31.05.1980 beerdigten wir unseren 1. Vorsitzenden Erwin Neidinger, der nach schwerer Krankheit, für alle jedoch überraschend, im Alter von 52 Jahren verstorben war. Sein Tod machte eine Generalversammlung notwendig, in der dann Ludwig Schmal zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde.

90 jähriges Jubiläum 1984In der Zeit vom 11. bis zum 13. Mai 1984 feierten wir nach zehn Jahren, wieder einmal in einem Festzelt, "90 Jahre Musikverein". Das Protektorat hatte Sparkassendirektor Willi Bauer aus Wadern übernommen. Zu diesem Fest hatten wir die 76th USArmy Band aus Kaiserslautern eingeladen. Es war für uns und unsere Gäste sensationell, was diese Leute boten. Es war eine Einmaligkeit, über die noch lange gesprochen wurde

In der Generalversammlung vom 17.03.1985 trat Ludwig Schmal vom Amt des Vorsitzenden zurück. Gerd Kunz übernahm zu seinem Dirigentenamt nun auch noch den Vorsitz des Vereins. Er blieb es bis zum 05.03.1989.

In der an diesem Tag stattfindenden Versammlung wurde Roland Schmal 1. Vorsitzender des Vereins. Unter ihm fand dann am 09./10. September 1989 auch das Fest zum 95 jährigen Bestehen des Vereins statt. Die Schirmherrschaft hatte Herr Meiers von der Volksbank Losheim und die Festleitung unser Mitglied Friedel Schwarz übernommen. Es war ein Fest, vielleicht eine Nummer kleiner als zurückliegende, aber trotzdem eine feine Veranstaltung.

Am 19.01.1990 wurde der Ehrenvorsitzende Oswald Buchmann, der infolge eines schweren Arbeitsunfalles verstorben war, unter Mitwirkung des Orchesters beerdigt.

In der Generalversammlung vom 10.03.1991 gab der 1. Vorsitzende Roland Schmal sein Amt ab. Wieder war es Gerd Kunz, der sich zur Verfügung stellte, und gewählt wurde. Dirigentschaft und Vorsitz waren wieder in einer Hand.

Es nahte dann das absolute Großereignis, der Verein wurde im Jahre 1994 hundert Jahre alt. Zu dem groß angelegten Fest, welches für die Zeit vom 24. bis zum 27. Juni 1994 geplant wurde, konnte Jörg Meinecke, von der dänischen Firma Tholstrup (Cheese Tolko), 100 jähriges Jubiläum 1994als Schirmherr gewonnen werden. Der Mann stieg dann auch dem Anlass gemäß großzügig in das Geschehen ein und übernahm die gesamten Kosten für die Ausstattung des "Melodienkranz Orchesters" mit neuen Uniformen. Ein wahrhaft generöses Geschenk!
Das Fest, zu dem Vorsitzender und Dirigent Gerd Kunz mit 31 aktiven Musikern in neuen Uniformen antreten konnte, begann am Freitag, dem 24.06.1994, im großen Festzelt in der Talaue. Neben vielen Ehrengästen konnte auch Ehrendirigent Alfons Kreis, der auf 70 Jahre Vereinszugehörigkeit zurückblicken konnte, besonders begrüßt werden. Der Höhepunkt des Abends war jedoch die Verleihung der "ProMusica Plakette" durch einen Vertreter der saarländischen Landesregierung an den Verein. Nachdem der Sonntag bei großer Hitze mit dem Ehrenspielen zahlreicher Gastvereine und einem vielbeachteten Heimatabend verklungen war, sollte der nächste Tag den glanzvollen Abschluss des Festes bringen. Es begann nachmittags um 16.00 Uhr mit einer zweistündigen Live Übertragung der "Musikpalette" des Saarländischen Rundfunks, bei der u.a. Cindy Berger und Schorsch Seitz auftraten und die Stimmung im überfüllten und heißen Zelt zum Sieden brachten. Zum Abschluss des Tages und des Festes gab die 76th US Army Band Kaiserslautern ein Benefizkonzert zu Gunsten des Krankenhausfördervereins Losheim. Diese großartigen Eindrücke des letzten Festtages rundeten die rundum gelungene Jubiläumsveranstaltung ab.

Das Ereignis ist längst Erinnerung. Mit diesem Fest hatte der Verein sich und seine Leistungsfähigkeit wieder einmal unter Beweis gestellt.

Am 26.03.1995 löste Wolfgang Schmal den 1.Vorsitzenden Gerd Kunz in seinem Amt ab.

In der Generalversammlung vom 20.04.1997 wurde Patrick Schuler zum 1.Vorsitzenden gewählt.

Am 10.05.1997 starb nach 73 jähriger Mitgliedschaft im Alter von 88 Jahren das letzte Mitglied des Vorkriegsvereins, unser Ehrendirigent Alfons Kreis. Unter Mitwirkung des Orchesters wurde er am 13.05.1997 beerdigt.

Am 15.09.1999 wurde das 105 jährige Bestehen des Vereins mit einem Festkonzert unter Mitwirkung des MV Britten und der Chorgemeinschaft Hausbach gefeiert. Da das Bürgerhaus in Hausbach wegen Umbauarbeiten nicht zur Verfügung stand, fand die Veranstaltung in der Mehrzweckhalle in Britten statt.

Vom 20. – 24. Juni 2001 führte eine Konzertreise in die Partnerstadt der Gemeinde Losheim, nach Capannori in Italien. Einer der Höhepunkte dieser Reise war sicherlich die Teilnahme an einem Musikfestival in Lucca, bei dem das Hausbacher Orchester Teil eines Sternmarsches war und anschließend wie die anderen Orchester vor einer eigens aufgebauten Tribüne im Stadtzentrum ein Platzkonzert gab. Der krönende Höhepunkt des Platzkonzertes war der Vortrag der italienischen und der deutschen Nationalhymne sowie der Europahymne durch alle Orchester gemeinsam. Dieser Massenchor aus sicherlich 250 Musikern wurde von unserem Dirigenten Gerd Kunz dirigiert.

Im März 2002 trat der erste Vorsitzende Patrick Schuler aus persönlichen Gründen sowohl von seinem Amt als auch als aktiver Musiker zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Torsten Schwarz gewählt.
Unter ihm wurde am 22. und 23. Mai 2004 „110 Jahre Musik in Hausbach“ gefeiert. Als Schirmherr konnte der Inhaber der ortsansässigen Bauunternehmung, Herr Franz-Josef Laux, gewonnen werden, der am Kommersabend ein großzügiges Geschenk vor dem Bürgerhaus geparkt hatte. Der MV wurde stolzer Besitzer eines geschlossenen PKW-Anhängers, in dem fortan die sperrigen Instrumente zu den Auftritten gebracht werden konnten. So auch die Kesselpauken, die Franz-Josef Laux bereits drei Jahre zuvor für die Gestaltung seines Firmenjubiläums dem MV gestiftet hatte.
Der Festsonntag stand unter dem Motto des „Tag der Blasmusik“ der Gemeinde Losheim, bei dem die Musikvereine der Gemeinde im Hausbacher Bürgerhaus aufspielten.

In der Generalversammlung vom 06.03.2005 wurde der junge Raffael Kunz zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Im Jahr 2006 führte vom 24. – 28. Mai eine Vereinsreise nach Berlin, wohin der saarländische Bundestagsabgeordnete Peter Altmaier den Verein eingeladen hatte. Insgesamt 84 Fahrtteilnehmer erlebten vier aufregende Tage in der Bundeshauptstadt, bei der das Orchester gar ein Platzkonzert direkt vor dem Reichstagsgebäude spielen durfte.

Am 07.11.2006 verstarb das Ehrenmitglied Egon Rass.

Dass die Mitglieder des Musikvereins neben ihrer Musik auch mit sonstigem kreativem Talent begeistern können, wurde immer wieder bei Fastnachtsveranstaltungen unter Beweis gestellt. Bei sog. Bunten Abenden an Fastnacht 1992 (Piraten), 1993 (1001 Nacht), 2000 (Wilder Westen) und 2003 brachten die Akteure mit Sketchen, Büttenreden, Liedern und Tänzen zuletzt 2007 das stets ausverkaufte Bürgerhaus zum Kochen.

Bei einer Feierstunde im neuen Cloef-Atrium in Orscholz wurde am 24.08.2007 den Vereinsmitgliedern Ludwig Schmal, Karl-Heinz Lang, Gerd Kunz und Helmut Kunz die „Kleine Ehrenplakette des Saarlandes“ für ihre langjährige Musiker- und Vorstandstätigkeit im MV Hausbach verliehen.

Eine gemeindliche Ehrung in Form der „Maria-Croon Medaille“ wurde im Jahr 2008 dem Ehrenvorsitzenden Ludwig Schmal für sein ehrenamtliches Wirken im Musikverein wie in anderen Vereinen zuteil. Die Feierstunde wurde vom Orchester mit umrahmt.

Am 15.03.2008 verstarb das 2004 ernannte Ehrenmitglied Erich Bouillon sen.

Nach entsprechenden Planungsmaßnahmen und Absprachen mit der Gemeindeverwaltung begannen im Jahr 2008 die Bauarbeiten des MV für ein Garagengebäude hinter dem Bürgerhaus, dessen Fertigstellung 2009 gefeiert werden konnte. Nun musste der neue Vereinsanhänger nicht mehr im Freien stehen und die Mitglieder hatten in zahlreichen Arbeitsstunden einen sehenswerten Garagen- und Lagerraum errichtet, der auch Platz für eine Sitzgruppe für gesellige Stunden bietet.

Im Mai 2009 konnte unter der Schirmherrschaft des ortsansässigen Bäckermeisters Bernd Quinten das 115-jährige Vereinsjubiläum bei einem dreitägigen Fest im und um das Hausbacher Bürgerhaus gefeiert werden. Ein gelungenes Fest mit einem feierlichen Kommersabend am Samstagabend und dem Ehrenspielen von mehreren Gastvereinen fand seinen Ausklang mit einem Feierabendschoppen am Montag, der ebenfalls gut besucht wurde.

Eine weitere Vereinsreise wurde vom 04. bis 06. Juni 2010 durchgeführt, die die Vereinsmitglieder in zwei Bussen in die französische Partnergemeinde nach La Croix Saint Ouen führte. Dabei traf das Orchester bei zwei Auftritten auf ein derart begeistertes Publikum, dass die gastgebende Partnergemeinde das Orchester sogleich zu einer zweiten Konzertreise in 2011 einlud. Auch der Tagesausflug in die Metropole Paris bei strahlendem Sonnenschein war für die Hausbacher ein Erlebnis.

Am 14.01.2011 lud der Bassist Karl-Heinz Lang das Orchester zur Feier seines 60. Geburtstages in die Vereinsgarage ein. Einen traurigen Beigeschmack erhielt das ansonsten fröhliche Fest, als Heiner Lang verkündete, dass er nach rund 45-jährigem Wirken im Orchester des Melodienkranz´ seine Tuba an den Nagel hängen möchte und fortan als inaktives Ehrenmitglied dem Verein seine treuen Dienste widmen wird.

Am 07.02.2011 verstarb das Ehrenmitglied und ehemalige Dirigent Reinhold Lauer, dem im Juni 2010 noch ein Ständchen zum 80. Geburtstag gebracht werden konnte. Die Beisetzung wurde mit musikalischen Ehren des Orchesters begleitet.

In der Versammlung am 10.04.2011 gab Helmut Kunz nach fast 30 Jahren ununterbrochener Kassierer Tätigkeit sein Amt ab, blieb dem Vorstand jedoch noch vier weitere Jahre als Schriftführer Beisitzer erhalten.

Am 19.12.2011 trugen Vereinskameraden ihren Ehrenvorsitzenden Ludwig Schmal zu Grabe, nachdem ihm das Orchester wenige Wochen zuvor im September noch ein Ständchen zum 80. Geburtstag bringen konnte.
Am 16.10.2012 verstarb das Ehrenmitglied Matthias Thomas.

In der Versammlung am 03.05.2013 trat Raffael Kunz nach acht Jahren vom Amt des Vorsitzenden zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Matthias Kallenborn gewählt.
Zugleich wurde Raffael Kunz neben seinem Vater Gerd zum Dirigenten des Orchesters gewählt, das er in einer Probe am 10.05.2013 zum ersten Mal leitete.

Nach einem Geburtstagsständchen zum 80. Geburtstag verstarb wenige Monate später das Ehrenmitglied Werner Schmal und wurde am 24.06.2013 beigesetzt.

Nach der Wahl im Mai 2013 erfolgte die offizielle Taktstockübergabe vom Vater an den Sohn im Rahmen eines Konzertes am 18.01.2014 im vollbesetzten Bürgerhaus. Stellte der Altmeister Gerd Kunz im ersten Konzertteil mit einem anspruchsvollen Konzertrepertoire sein dirigentisches Können abermals unter Beweis, so wurde er in einer bewegenden Laudatio von Wolfgang Schmal nach 36 Jahren Dirigent in die Reihen des Orchesters, wo er fortan das Tenorhorn spielt, verabschiedet. Der zweite Konzertteil wurde sodann von Raffael Kunz, der im April 2014 seine dreijährige Dirigentenausbildung beim Bund Saarländischer Musikvereine abschließen sollte, geleitet. Das Orchester zählte bei drei fehlenden Musikern an diesem Abend 39 Akteure.

Im Mai 2014 wurde mit einem dreitägigen Fest vom 17. bis 19.05. das Jubiläum „120 Jahre Musik in Hausbach“ gefeiert. Einen beeindruckenden Auftakt nahm das Fest bereits am frühen Samstagmittag, als die durchgeführte Leserwanderung der Saarbrücker Zeitung rund 1000 Gäste auf den Festplatz vor dem Bürgerhaus brachte. Diese harrten bei strahlendem Sonnenschein, gutem Essen und natürlich Blasmusik, dargeboten vom MV Britten und dem Gemeinschaftsorchester Waldhölzbach/Mitlosheim/Rappweiler einige Stunden in Hausbach aus, bevor am Abend der Kommersabend gefeiert wurde, zu dem der Schirmherr Bernd Mayer als Vorstandsvorsitzender der Volksbank Losheim eG seine Glückwünsche überbrachte. Am Sonntag traten Gastvereine aus Düren/Kerlingen/Ittersdorf, Scheuern, Wahlen, Niederlosheim und Losheim nach einer Messe und Totengedenken auf dem Friedhof zum Ehrenspiel auf. Bei einem Feierabendschoppen, mit Musikdarbietungen des Gemeindeausbildungs- und des –Jugendorchesters, fand das Fest am Montag seinen Ausklang auf dem Bürgerhausvorplatz.

Nach 13 Diskoveranstaltungen zur Eröffnung der Hausbacher Kirmes am jeweils zweiten Samstag im Oktober wurde am 11.10.2014 der Rahmen der Veranstaltung im Bürgerhaus geändert. Es wurde das erste Hausbacher Oktoberfest mit zünftiger Livemusik und original Oktoberfestbier gefeiert. Waren die Besucherzahlen der Diskoveranstaltungen in den Jahren zuvor rückläufig, so wurde das Oktoberfest von der Bevölkerung bestens angenommen.

Das Ehrenmitglied und ehemalige Trommler Reinhold Lang verstarb am 22.02.2015.

In der Vereinsversammlung am 24.04.2015 übernahm Julian Schmal das Amt des Vorsitzenden von seinem Vorgänger Matthias Kallenborn. Der Vereinsvorsitz lag nun in dritter Generation im Hause Schmal.
Zugleich gaben die Brüder Gerd und Helmut Kunz nach 39, respektive 35 Jahren Vorstandstätigkeit ihre Ämter in jüngere Hände weiter.

Auf nunmehr mehr als 120 Jahre zurückblickend, befindet sich der Verein mit einem Mitgliederstand von rund 45 aktiven Musikern seit Jahren in einer soliden Periode. Das Orchester kann dabei die verschiedenen Genres der symphonischen Blasmusik darbieten und ist im oberen Bereich der Mittelstufe anzusiedeln.

Viele Höhen und Tiefen wurden in der langen Vereinsgeschichte durchwandert. Zwei Weltkriege forderten furchtbare Opfer. Der Verein überlebte und wurde zum festen und nicht hinweg zu denken Bestandteil des dörflichen Lebens. Ob bei frohen oder traurigen Anlässen, bei weltlichen oder religiösen Ereignissen, der Verein war bei unzähligen Veranstaltungen dabei und gewährleistete immer einen passenden musikalischen Rahmen.

Ob es Dorffeste oder Umzüge, Prozessionen oder Gottesdienste waren, der Verein war dabei. Zur Unterstützung anderer örtlicher Vereine, ob durch Teilnahme von Mannschaften an Fußballturnieren, bei Preiskegeln, Schießen und Wanderungen oder als musikalischer Gast zur Bereicherung öffentlicher Veranstaltungen örtlicher und auswärtiger Vereine, der MV wirkte mit.

Gratulationsauftritte bei Jubiläen von Firmen oder zu privaten Anlässen, Wahrnehmung von Traditionsveranstaltungen wie z.B. Volkstrauertag, Martinstag oder das Spielen von Weihnachtsliedern im Ort am Heiligen Abend, der Verein und seine Auftritte sind aus dem öffentlichen Leben kaum noch hinwegzudenken.

Aber auch vereinsinterne Ereignisse haben für die Mitglieder Glanzlichter gesetzt. Erinnert sei an die Ausflüge und Konzertreisen ins In und Ausland wie z.B. im Jahre 1975 nach Rothenburg ob der Tauber, Besuche in Frankreich und Luxemburg, im Jahre 1990 schöne Tage im Alpenland, 1995 Besuch der Südpfalz, 1998 Reise nach Prag gewiss ein Großereignis oder vom 20. bis zum 24.06.2001 Konzertreise in die Toskana zur Partnergemeinde von Losheim nach Capannori.

Zahllose Geschichten ließen sich berichten, viele, viele Veranstaltungen in naher und ferner Umgebung, zahlreiche Touren und Reisen im In- und im Ausland sind Geschichte geworden.

 


Hausbach, im Juni 2015